Die Frau, die ihr Gehalt mal eben verdoppelt hat Come Together Songs
Jun 10

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Karl Adamek:
Singen als Lebenshilfe. Zu Empirie und Theorie von Alltagsbewältigung.
Waxmann Verlag 2008

Seit einiger Zeit ist das Singen wieder in den Medien präsent – denn Singen macht glücklich und gesund, es wirkt gegen Stress, so heißt es in vielen Veröffentlichungen. Mehrere Initiativen haben sich inzwischen gebildet, um das Singen zu fördern, z.B. der Verein „Il canto del mondo“. Sein Vorsitzender Dr. Karl Adamek ist der Autor des vorliegenden Buches, das bereits 1996 und nunmehr in 4. Auflage erschienen ist – ein Zeichen für die Aktualität des Themas. Denn Dr. Adamek, der auch Kurse und Seminare zu diesem Thema leitet, hat nachgewiesen, dass Singen die Gesundheit und die Selbstheilungskräfte des Menschen fördert.

Im ersten Kapitel des Buches schildert der Autor ausführlich, wie wichtig das Singen für den Menschen und seine Gesundheit ist. Dazu bezieht er viele Beispiele aus der Geschichte, den Weltreligionen und alten Mythen heran, bevor er den aktuellen Forschungsstand beschreibt. Er beschränkt sich in seiner Untersuchung allerdings auf den Einzelgesang und schließt damit eine wesentliche Funktion des Singens aus, die nur beim Singen in Gruppen zum Tragen kommt und daher auch für die Anwendung in Schulen interessant wäre.

Im zweiten und dritten Kapitel werden eine Fragebogenanalyse und verschiedene Experimente dargestellt und wissenschaftlich ausgewertet. So interessant dieser Teil auch ist - für den Musikpädagogen, der sich mit der Praxis des Singens beschäftigt, ist er doch recht anstrengend zu lesen.

Gut, dass im vierten Kapitel die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchungen in klarer verständlicher Sprache mitgeteilt werden. Adamek betont die Bedeutung von Eltern, Schule und räumlichen Umfeld in Bezug auf das Singen und hebt besonders hervor, dass das „verordnete Singen“ kontraproduktiv wirkt. Nach seinem Plädoyer für eine „Erneuerte Kultur des Singens“ formuliert er abschließend pädagogische Aufgaben, die von den Musiklehrern in den Schulen gelöst werden müssen. Er betont, dass Singen nur sinnvoll ist, wenn es freiwillig geschieht, dass Singen in der Gruppe einen Gruppenkonsens voraussetzt, ihn aber nicht erzeugt. Dass man nur durch Begeisterung zum Singen motivieren kann, ist eigentlich eine altbekannte Tatsache, scheint aber in den Schulen noch nicht überall bekannt zu sein. Für freiere Formen des Singens sollten Freiräume geschaffen werden, z.B. in Form von Arbeitsgemeinschaften an den Schulen.

Das Buch ist für jeden geeignet, der sich für das Singen und seine heilsame Wirkung interessiert und mehr über die wissenschaftlichen Hintergründe erfahren möchte. Empfehlenswert!

Dr. Beate Forsbach

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