Jun 21

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Susanne Konrad:
Emotionen
Gefühl literarisch wirkungsvoll einsetzen
156 Seiten, ISBN 9783866710184
Autorenhaus-Verlag 2007

Emotionen gehören zum Leben. Freude, Glück, Vertrauen, Liebe, Traurigkeit, Verzweiflung, Einsamkeit, Angst, Ärger, Wut, Verachtung, Misstrauen, Neid oder Eifersucht – wenn solche Gefühle den Figuren eines Romans oder einer Erzählung fehlen, werden die Leser nicht angesprochen, sie klappen das Buch zu und legen es weg.

In ihrem Buch „Emotionen“ zeigt Susanne Konrad, wie man Gefühle beim Schreiben bewusst gestalten und literarisch wirkungsvoll einsetzen kann. Denn einen mitreißenden Roman zu schreiben, das bedeutet auch, emotionale Erfahrungen in angemessener sprachlicher Form zu mittzuteilen. Dabei reagiert keinesfalls jeder Leser gleichermaßen auf dieselben Emotionen, der eine hat Herzklopfen vor Aufregung , der andere weint immer an derselben Stelle, ein anderer aber liest ungerührt weiter. Trotzdem kann man aber über die wichtigsten Gefühle der Menschen reden, meint Susanne Konrad und vermittelt in ihrem Buch, wie Autoren Emotionen bewusst in ihren Texten einsetzen können.

In dem verständlich geschriebenen Buch gibt es Beispiele, Tipps und Übungen zu Themen wie emotionale Intelligenz, ästhetische Empfindungen, angemessener Gefühlsausdruck, emotionale Dramaturgie, emotionale Muster und Klischees und Kitsch. Die wichtigsten Gefühle werden anhand von Beispielen aus der Literatur behandelt: Liebe, Freude, Glück, Zufriedenheit, Sehnsucht, Eifersucht und Neid, Trauer, Wut, Ekel, Angst und Grauen, Schuld und Scham, negative Gefühle, Einsamkeit.

Das Buch ist angenehm zu lesen, es motiviert zum Selberschreiben und Ausprobieren. Die Beschreibung der einzelnen Motive hilft vor allem den Autoren, die vielleicht manche Gefühle selber noch gar nicht so intensiv erlebt haben, sie aber trotzdem in ihren Texten verwenden wollen. Das Buch ist besonders für Schreibanfänger geeignet, kann aber auch erfahrenen Autoren helfen, zukünftig ihre Leser mehr zu berühren und zu begeistern als zu langweilen.

Empfehlenswert für jeden am Schreiben Interessierten!

Dr. Beate Forsbach

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Jun 20

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Ingo Nickel, Ingo Hoffman:
Traumberuf Lehrer?
Berichte aus dem Schulalltag
218 Seiten, ISBN 9783000221910
Selbstverlag 2007

Mit diesem Buch wollen die beiden Autoren Ingo Hoffmann und Ingo Nickel einen Beitrag zur nicht abreißenden Diskussion über Schule in Deutschland und die Arbeit der Lehrer leisten. Dazu haben sie ausführliche Interviews mit verschiedenen Lehrerpersönlichkeiten geführt, die hier in Monologform wiedergegeben werden. Es geht um ihre Berufspraxis, um den Alltag in den unterschiedlichsten Schulformen.

Das Buch ist spannend zu lesen, dabei wird deutlich, dass jede pauschale Be- und Verurteilung des Berufsstandes der Lehrer völlig daneben liegt. Jeder Lehrer bemüht sich, nach seinen Kräften und in der jeweiligen Schulsituation sein Bestes zu geben. Allerdings ist mir aufgefallen, dass es gerade die Lehrer in besonders schwierigen Schulverhältnissen sind, die mit Optimismus und Freude ihren Beruf ausüben.

Den beiden engagierten Autoren ist zu wünschen, dass ihr im Selbstverlag herausgebrachtes Buch viele Leser findet. Schade finde ich nur, dass es kein Inhaltsverzeichnis, keine Auswertung der Interviews oder Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse gibt. Die Chance, in der Öffentlichkeit zitiert und diskutiert zu werden, wird dadurch leider eingeschränkt. Vielleicht ergänzen die Autoren die Interviews in einer zweiten Auflage des Buches entsprechend. Denn ein Buch, in dem nicht nur über Lehrer geschrieben (und gejammert) wird, sondern ausschließlich Aussagen von Lehrern publiziert werden, kenne ich bisher nicht. Das Buch „Traumberuf Lehrer?“ füllt eine Lücke und ist empfehlenswert für jeden Lehrer.

Dr. Beate Forsbach

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Jun 20

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Candida Höfer:
Bibliotheken
Mit einem Essay von Umberto Eco
272 Seiten, 137 Farbtafeln, ISBN 9783829601788
Schirmer/Mosel Verlag

Was kann es Schöneres geben als Bücher? Richtig – Bibliotheken, die mit vielen schönen Büchern gefüllt sind. Ein Bibliotheksbesuch ist ein Fest für jeden Bücherfreund, egal ob man die Stadtbücherei, seine private Bibliothek oder eine der berühmten Bibliotheken der Welt besucht. Das vorliegende Buch „Bibliotheken“ kann ein solches Fest zwar nicht ersetzen, aber es begeistert den Büchernarren mit herrlichen Fotos von den alten und modernen Bibliotheken auf der ganzen Welt, ergänzt um das ebenfalls begeisternde Essay „Die Bibliothek“ von Umberto Eco.

In ihrem neuen Bildband führt Candida Höfer alle Bücherfreunde - Autoren, Buchhändler, Verleger, Leser, Wissenschaftler und Journalisten – zu den Sehnsuchtsorten und Himmeln ihrer Leidenschaft – den größten öffentlichen Bibliotheken. Das Buch ist ein wahres „Buch der Bibliotheken“ und damit auch ein „Buch der Bücher“ - ein Highlight in diesem Buch-Blog!

Unbedingt empfehlenswert für jeden Bücherfreund.

Dr. Beate Forsbach

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Jun 20

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Daniel Servan-Schreiber:
Das Antikrebs-Buch
Was uns schützt: Vorbeugen und Nachsorgen mit natürlichen Mitteln
Vom Autor des Bestseller “Die neue Medizin der Emotionen”
352 Seiten, ISBN 9783888975134
Verlag Antje Kunstmann 2008

Das Buch „Die Neue Medizin der Emotionen“ (2004) hat mich sehr beeindruckt, denn hier hat der Neurologe und Psychiater David Servan-Schreiber gezeigt, wie man ohne Medikamente und jahrelange Psychotherapie geheilt werden kann: Durch die Mobilisierung des „emotionalen Gehirns“ und seiner Selbstheilungskräfte. Sein neues „Anti-Krebs-Buch“ begeistert und berührt mich noch mehr, denn er berichtet ausgehend von seiner eigenen Krankengeschichte über moderne Methoden der Krebsbehandlung und Prävention. Und er macht den Lesern sehr viel Mut, wenn er sagt, dass bei der Diagnose Krebs eine „falsche Hoffnungslosigkeit“ fehl am Platze sei.

Bücher zum Thema „Krebs“ liest man meist erst dann, wenn man selber von der Krankheit betroffen ist. Das „Anti-Krebs-Buch“ ist für Kranke genauso wie für Gesunde geschrieben, es motiviert jeden Leser, sich (auch vorbeugend) mit der Krankheit auseinander zu setzen. Denn es macht Mut, weil man auf einfache Weise selber etwas tun kann, um einer Erkrankung vorzubeugen. Und damit nimmt es dem Leser die lähmende Beklommenheit, die einen oft beim Nachdenken über Krebs ergreift. Seine Ratschläge für ein gesünderes Leben können zu mehr Zufriedenheit, Erfüllung und Glück anstiften. Er macht deutlich, dass für eine wirkliche Heilung auch Veränderungen in der Lebenseinstellung und im Lebensstil notwendig sind.

Neben seinem eigenen Weg zur Heilung schildert David Servan-Schreiber anhand von zahlreichen Patientengeschichten die Wirksamkeit konventioneller und alternativer Therapien. Das „Anti-Krebs-Buch“ ist wissenschaftlich fundiert, aber für jeden interessierten Leser verständlich geschrieben. Der Autor stellt den aktuellen Stand der Krebsforschung dar, er erläutert die Wirksamkeit bestimmter Lebensmittel und Ernährungsweisen und empfiehlt auch Meditation und Psychotherapie. Denn ein Leben im seelischen Gleichgewicht, ohne Depression, Zukunftsangst und Stress, ist eine wichtige Prävention gegen Krebs.

Ein optimistisches Buch, das Kranken und Gesunden gleichermaßen Mut macht.
Sehr empfehlenswert!

Dr. Beate Forsbach

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Jun 20

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Ulrich Hoffmann:
Hauptgewinn Leben.
Wie ich mein Glück im Leben finde
255 Seiten, ISBN 9783579069456
Gütersloher Verlagshaus

„Es gibt einen Platz, den du füllen musst, den niemand sonst füllen kann und es gibt etwas für dich zu tun, das niemand sonst tun kann.“ Dieses Zitat von Platon könnte auch ein Motto des Buches „Hauptgewinn Leben – Wie ich mein Glück im Leben finde“ sein. Der Autor Ulrich Hoffmann stellt hier unbekannte und bekannte Personen vor, die ihren Platz im Leben gefunden haben. Sie kennen den Sinn ihres Lebens, sie wissen, was sie glücklich macht. Und jede Geschichte ist ganz persönlich formuliert, jede kann uns Erkenntnisse für unser eigenes Leben vermitteln, ohne dass irgendeine Philosophie oder Ideologie zugrunde liegt.

Denn heute ist der Lebensweg der meisten Menschen nicht mehr vorbestimmt, wie es früher oft war. Schule, Ausbildung, Familiengründung sind nicht mehr selbstverständliche Stationen, die man nacheinander anstreben sollte. Heute muss jeder seinen Lebenssinn selbst definieren. Junge Leute haben heute vielfache Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten, doch sie scheinen oft nicht glücklicher zu sein als ihre Eltern. Denn die Fülle der Wahlmöglichkeiten bringt auch eine unendliche Gefahr mit sich, man hat Zweifel, welche Entscheidung die richtige ist. Die Frage nach dem höheren Sinn des Lebens kann heute nur noch individuell beantwortet werden, für Lebensglück und Lebenssinn gibt es kein Patentrezept.

In dem unterhaltsam und abwechslungsreich geschriebenen Buch erzählt Ulrich Hoffmann Geschichten von Menschen, die „ein Leuchten in den Augen haben“, wenn sie von ihrem Leben erzählen. Da gibt es die erfolgreiche Managerin, die an Brustkrebs erkrankt und erst danach den eigentlichen Sinn ihres Lebens findet. Da erzählt der bekannte Kinderliedermacher Rolf Zuckowski, wie er in seine Berufung, seine Bestimmung hineingewachsen ist. Manchmal sind es Zufälle und scheinbar von außen gesteuerte Gegebenheiten, die dazu führen, dass man Erfolg hat und Begeisterung spürt. Wenn man schließlich das tut, was einem Freude macht, und wenn man wie der Autor die Hoffnung hat, „die Welt ein wenig besser/schöner/reicher zu machen“, dann hat man seine Berufung gefunden, dann lebt man ein glückliches und sinnvolles Leben.

Unbedingt empfehlenswert!

Dr. Beate Forsbach

Das Buch enthält Beiträge über:
Christiane Dierks, Imageberaterin - Prof. Dr. Hans-Curt Flemming, Wissenschaftler - Anke Frank, Feldenkrais-Lehrerin - Daniel Giersch, Investor - Gina Graichen, Kriminalkommissarin - Holger In’t Veld, Schokoladenshop - Marie Theres Kroetz-Relin, Schauspielerin und Journalistin - Helmut Krüger, Mitbegründer eines Pilgerweges - Dr. Claas Morlang, Education Officer UNHCR — Thomas Östreicher, Journalist und ehrenamtlicher Helfer im Krankenhaus — Tim Prell und Barbara Rörtgen, Ideenlabor — Nina Ruge, Moderatorin „Leute heute” - Peter Schilling, Musiker - Dr. Dr. Hermann-Josef Zoche, Priester — Rolf Zuckowski, Musiker

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