Gesang der Stille Der Musikfilm
Jul 01

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Barbara Busch (Hrsg.):
Einfach musizieren!?
Studientexte zur Instrumentalpädagogik
Forum Musikpädagogik Band 81
142 Seiten, ISBN 978-3-89639-617-4
Wißner Verlag 2008

Musikklassen boomen. An immer mehr allgemeinbildenden Schulen findet Musikunterricht in Form des Klassenmusizierens statt. Und viele Schüler möchten neben oder nach dem Unterricht in der Schule ihr Instrument erlernen, im privaten Einzelunterricht oder an einer Musikschule. Mit ihrem Buch „Einfach musizieren!?“ gibt Barbara Busch vielfältige Informationen zur Instrumentalpädagogik, die gleichermaßen interessant für Musiklehrer an allgemeinbildenden Schulen als auch für Instrumentallehrer sind. Studierende und Lehrende der entsprechenden Studiengänge können im Rahmen von Lehrveranstaltungen oder auch im Selbststudium mit dem Buch arbeiten.

Als Professorin für Musikpädagogik und Instrumentaldidaktik lässt Barbara Busch in ihrem Buch sieben weitere Lehrende der Musikhochschulen Nürnberg-Augsburg und Würzburg zu Wort kommen. Die Texte dokumentieren die instrumentalpädagogische Arbeit dieser Institutionen und bieten ein breites Themenspektrum. Im ersten Teil des interessanten und gut aufgebauten Buches beschäftigt sich Barbara Busch mit Rollenbildern von Musiklehrern, einerseits setzt sie sich mit dem Rollenkonflikt „Künstler oder Pädagoge“ auseinander, zum anderen mit der Rolle der Frau in der Musikerziehung.

Im zweiten Teil erscheinen mir die Texte zur Improvisation von Martin Eibach und zum Komponieren im Instrumentalunterricht von Vivienne Olive und Renate Reitinger besonders interessant, denn diese Themen werden im traditionellen Instrumentalunterricht nur selten berücksichtigt. Unterhaltsam zu lesen und hübsch illustriert ist der Beitrag von Barbara Busch über Instrumentalschulen, in denen es heutzutage von Mäusen, Bären und Hasen wimmelt. Andrea Friedhofen beschreibt die Kontakte zwischen elementarer Musikpädagogik und Instrumentalpädagogik, während Barbara Busch über die Beobachtung und Bewertung von Instrumentalunterricht reflektiert.

Im dritten Teil wird schließlich der Themenbereich auf einige Nachbardisziplinen ausgeweitet. Neben dem sehr aufschlussreichen Beitrag von Sonja Stibi über die anthropologischen Grundlagen musikpädagogischer Arbeit finden sich nicht minder interessante Ausführungen von Angela Gebler über musikphysiologische Aspekte des Instrumentalspiels. Abschließend beschreibt Tonius Timmermann Schnittfelder und Grenzen zwischen Musikpädagogik und Musiktherapie.

Das verständlich geschriebene Buch beeindruckt besonders durch seine Gestaltung: Neben einem übersichtlichen Schriftbild finden sich viele Grafiken, Notenbeispiele, Tabellen und Auflistungen. Am Ende jeden Kapitels finden sich Aufgaben, die zum Reflektieren über das Gelesene und zur persönlichen Weiterarbeit anregen sollen. Außerdem werden Hinweise auf Literatur zum jeweiligen Thema gegeben, wobei einige Publikationen als empfohlene Erstlektüre gekennzeichnet sind.

Ein bemerkenswertes Buch, das zur musikpädagogischen Theoriebildung beiträgt und für die Schulpraxis interessant sein dürfte.

Dr. Beate Forsbach

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