Jul 21

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Susanne Amberg Schneeweis:
Singen macht glücklich
Atem - Körper - Stimme
404 Seiten, ISBN 9783902061096
Beiheft “Praxisbüchlein” mit Liedern
edition neue wege 2006

Singen kommt zu kurz in Schulen, Kindergärten und in den Familien. Es muss unbedingt wieder gefördert werden. So könnte man den Tenor vieler Veranstaltungen der Bundesschulmusikwoche zum Thema „Stimme(n) …“ 2006 in Würzburg zusammen fassen. Aber in den Medien ist Singen inzwischen ein Thema, denn „Singen macht glücklich und gesund“, wie es in vielen Veröffentlichungen heißt. Mehrere Initiativen haben sich inzwischen gebildet, um das Singen zu fördern, es gibt Workshops und Singgruppen, auch Sing-Urlaub wird inzwischen angeboten.

Susanne Amberg Schneeweiss hat in einem außergewöhnlichen Buch ihre praktischen Erfahrungen aus langen Jahren des Singens und des Gesangunterrichts veröffentlicht. Ihr Ziel ist es, dass der Leser über das Singen, das glücklich macht, zum Lebensvertrauen findet. Und so ist dieses Buch wesentlich mehr als ein Kompendium des Wissens über Atem, Körper und Stimme. Wie schon in ihren ersten beiden Büchern „Stimmbildung und Sprecherziehung durch bewußtes Atmen“ (1998) und „Wege zur Balance. Atmung – Bewegung – Stimme“ (1996) geht es ihr nicht nur um die Ausbildung der Stimme als Mittel zur Verständigung und als Instrument. Sie sieht vielmehr die Arbeit an der Stimme als Schlüssel zur Entwicklung der Persönlichkeit.

Nach grundlegenden Informationen über den Körper als Energiequelle erfährt man alles über das richtige Atmen und bekommt wesentliche Anleitungen zum Singen. Ein 7-Stufen-Erfolgsplan zum Mentaltraining soll dem Leser helfen, seine Begeisterungsfähigkeit zu entwickeln und sie erfolgreich in der Praxis anzuwenden. Nach einem Kapitel über die Energiekreisläufe geht es dann um die Lebensqualität. Das abschließende siebte Kapitel „Mensch werde wesentlich“ spannt dann den Bogen, durch und über das Singen das Glück der Liebe zu erfahren und den Glauben an das Leben zu festigen.

Das Buch begeistert den Leser, denn es geht weit über eine einfache „Gesangslehre“ hinaus, sondern verdeutlicht die Bedeutung des Singens für den ganzen Menschen. Es ist verständlich geschrieben und spannend zu lesen, vor allem durch die vielen Zitate, Sprüche und Gedichte. Für die praktische Arbeit mit der Stimme gibt es ein gut durchdachtes Trainingsprogramm mit zahlreichen Übungen und passenden Liedern. Auf jeder Seite des Buches spürt man die große Erfahrung, aber vor allem auch die große Begeisterung der Autorin für ihr Metier. Es bleibt zu wünschen, dass ein wenig von dieser Begeisterung für das Singen demnächst auch in den Schulen zu finden sein wird.

Das Buch ist (auch) für Musiklehrer bestens geeignet und unbedingt zu empfehlen!

Dr. Beate Forsbach

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Jul 14

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Beate Forsbach:
Leben ist mehr
Lebenskunst lernen beim Älterwerden
144 Seiten, ISBN 978-3837041293
Books on Demand 2008

Rezension von Wolfgang Bossinger, Diplom-Musiktherapeut/Psychotherapeut(HPG), Gesangsforscher:

Über die Kostbarkeit des Augenblicks
Mit ihrem lesenswerten Buch “Leben ist mehr” macht Beate Forsbach Mut, das Älterwerden als Chance zu begreifen. In unserer hektischen und schnelllebigen Zeit sind auch älter werdende Menschen immer wieder verführt dazu, dieses Rasen und diese Hetze mitzumachen. Beate Forsbach zeigt jedoch auf, dass es vielmehr darum geht, die Kostbarkeit des Augenblicks zu genießen und die kleinen Glücksmomente des Alltags bewußt auszukosten. Leben ist mehr als Leistung, Stress und Karriere. Forsbach hebt die Wichtigkeit von Langsamkeit und Ruhe hervor, von “Lebenskunst” beim Älterwerden und gibt hierzu viele praktische Anregungen und Tipps. Außerdem erläutert sie kundig, aber auch bodenständig und angemessen kritisch wissenschaftliche Hintergründe und gesundheitsorientierte Ansätze. Besonders gefällt mir an diesem Buch, dass es nicht belehrend, sondern sehr einfühlsam, persönlich aber dennoch hochqualifiziert geschrieben ist. Forsbach schreibt über ein Thema von größter Wichtigkeit in einer Zeit der Oberflächlichkeit, Schnelllebigkeit und eines überzogenen Jugendwahns - sie macht wirklich Mut das Älterwerden zu genießen und auszukosten.

Dr. Claudia Egger aus La Villa, Schuldirektorin in Alta Badia/Südtirol, schrieb am 13. Juli 2008:

“Gestern habe ich das Buch fertig gelesen. Es ist ein persönliches Kunstwerk, das langsamere Atemschwingungen erzeugt und eine deutliche Synchronisation von Herzschlag und Atemfrequenz in Kraft setzt. Dabei rückt deine Vorliebe für Kunst und Musik deutlich hervor , sowie die edle Kraft der Geduld: …
Beim Lesen sind mir die vier klassischen Kardinaltugenden eines Künstlers eingefallen, die uns auf einem Managementkurs vermittelt wurden: Weisheit (prudentia) Tapferkeit (fortitudo), Mäßígung (temperantia) und Gerechtigkeit (iustitia). Die Weisheit überblickt, was sinnvoll und möglich oder sinnlos und unmöglich ist; die Tapferkeit ist in der Lage die Widrigkeiten zu ertragen; die Mäßigung ist die Gelassenheit und die Seelenruhe, sie ist die bevorzugte Ruhe der Stoiker wie Seneca, Epiktet, Marx Aurel, etc. ; die Gerechtigkeit schätzt was man ehrlich von seinen Mitmenschen verlangen kann und was nicht. Ein wahrer Lebenskünstler kann diese Tugenden säen und ernten. …

„Andra moi énnepe, Musa, polytropon, hos mála pollà… (Homer, Odyssee)

Singe mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes…“

Stärker noch als die Magie des Wortes, wirkt das Singen positiv auf Körper und Seele aus, und das stärkt das Immunsystem. …

„Ungeduld ist warten in Eile“ (Anonym)

Mir fällt Goethes Schriftsatz ein, der im Jahre 1786 auf seiner Italienreise von Brixen nach Bozen war und er beklagte sich über das Tempo der Postkutschen:

„Die Postillons fuhren, dass einem Hören und Sehen verging, und so Leid es mir tat, diese herrlichen Gegenden mit der entsetztlichen Schnelle und bei Nachtz wie im Fluge zu durchreisen, so freute es mich doch innerlich, dass ein günstiger Wind hinter mir herblies und mich meinen Wünschen zujagte.“ (Goethe).

Was würde der weltberühmte Autor wohl heute schreiben?? Obwohl wir bei höherem Freizeitanteil, schnelleren Verbindungen aller Art (PC, SMS, Videos, etc.) viel mehr erleben können in kürzester Zeit, trotzdem scheint es, als können wir schlechter warten als frühere Generationen.

Leben ist tatsächlich mehr!

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Jul 13

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Yan d’Albert:
Das spirituelle Songbook
Die Heilkraft des Singens
192 Seiten, ISBN 9783893851775
Windpferd Verlag 1996

In meiner umfangreichen Liederbuchsammlung habe ich nichts Vergleichbares gefunden: ein spirituelles, interkulturelles Songbook mit Liedern aus aller Welt, dazu mit Übungen und einem Kapitel über Notenlehre. Das letzte hätte nach meinem Geschmack durchaus fehlen können, denn es steigert nicht die Begeisterung für das Singen. Wer gerne die ihm unbekannten Noten der Lieder lesen möchte, findet sicher auch irgendwo eine Erklärung dafür. Die meisten Menschen werden aber diese Lieder nach dem Gehör lernen.

Der Autor Yan d’Albert ist Komponist und Sänger, Musiker und Meditationslehrer, und er sagt ganz richtig: „Ich bin einfach dafür, Musik zu machen, mit Freude und Leichtigkeit, dafür braucht es bei Laien und Liebhabern keiner großartigen Kenntnisse.“ Er möchte Mut machen zum Mitmachen beim Singen und Musizieren mit Gitarrenbegleitung. Denn Singen macht Freude, Singen schafft Freunde und Singen ist gesund. Und so finden sich neben bekannten und unbekannten Liedern auch Übungen, die die „Saiten des Körpers“ zum Schwingen bringen. Die, erfrischenden und belebenden Chakren-Ton-Meditationen sind einfach nachzuvollziehen und lösen beim Sänger ein erstaunliches Wohlgefühl aus.

Mir gefällt das Liederbuch sehr gut, denn die Lieder sind in gut singbarer Lage mit einem klaren Notenbild gedruckt. Dazu gibt es Bilder, Gedichte und Sprüche, die zu den einzelnen Themenbereichen passen. Schade, dass es keine CD zum Buch gibt!

Das Liederbuch ist für jeden (Musik)Lehrer zu empfehlen!

Dr. Beate Forsbach

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Jul 13

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Christa D. Schäfer:
Wege zur Lösung von Unterrichtsstörungen
Jugendliche verstehen - Schule verändern
380 Seiten, ISBN 9783834001443
Schneider Verlag Hohengehren 2006

Kennen Sie das auch? Gut gelaunt und vorbereitet betreten Sie den Klassenraum Ihrer Klasse 8c. Doch bei der totalen Unruhe ist an Unterricht gar nicht zu denken. Als Klassenlehrerin möchten Sie die unterschriebenen Zeugnisse kontrollieren, den nächsten Ausflug vorbereiten und im Unterrichtsstoff weiter arbeiten. Doch viele Schüler scheinen sehr schusselig zu sein, die Besprechungen ziehen sich unnötig in die Länge. Und dann die beiden Jungen, die ständig stören …

Solche und andere Fallgeschichten aus dem Alltag in verschiedenen achten Klassen an Berliner Schulen beschreibt Christa D. Schäfer in ihrem Buch „Wege zur Lösung von Unterrichtsstörungen“. Während andere thematisch ähnliche Bücher vor allem Handlungsstrategien für Lehrer anbieten, um Konflikte im Klassenzimmer zu lösen, geht es in diesem Buch darum, die vielfältigen Ursachen der Unterrichtsstörungen zu beschreiben und entsprechende Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Die Autorin hat die betreffenden Schüler in ihren Klassen wie auch die Lehrer eingehend beobachtet und ausführliche Störprofile erstellt. Zur Entwicklung von Ursachenprofilen hat sie alle verfügbaren Informationen über die Familie, den Unterricht, die Lehrerpersönlichkeiten und die Persönlichkeitsaspekte des störenden Schülers zusammengestellt und interpretiert. In ihrer Darstellung wird eine große Liebe zu den störenden Schülern deutlich, aber auch ein starkes Mitgefühl mit den teilweise schwierigen Lehrern, die durch ihr Verhalten und ihren Unterrichtsstil manche Störungen erst verursachen. Und genau das macht die Autorin sympathisch und ihr Buch sehr lesenswert für jeden Lehrer.

Mit diesem Buch hat Christa D. Schäfer eine große Lücke in der Fachliteratur zum Thema Unterrichtsstörungen geschlossen. Denn mit ihren detaillierten Fallbeschreibungen schildert sie die Unterrichtswirklichkeit in allen Facetten lebendig und anschaulich, so dass das Buch teilweise unterhaltsam und spannend zu lesen ist. Dabei besticht die klare und einfache Sprache, die sowohl dem ungeübten als auch dem professionellen Leser die entscheidenden Fakten eindrücklich vermittelt. Die wissenschaftlichen Grundlagen ihrer Ausführungen kann man bei Interesse auf der Homepage der Autorin www.ChSchaefer.de ausführlich nachlesen.

Wer hofft, eine „schnelle Lösung“ für die Unterrichtsstörungen in seiner Klasse 8c zu finden, wird zunächst enttäuscht sein. Gewonnen hat der Leser auf jeden Fall einen Zuwachs an Problembewusstsein und Verständnis für störende Schüler, schwierige Klassen und problematische Lehrer. Außerdem werden als Lösungswege – wie es der Titel der Buches verspricht – Aspekte einer Schulreform skizziert, die im Bild von der „Schule als Haus des Lebens und Lernens“ zusammengefasst sind. Ein sehr empfehlenswertes Buch auch für denjenigen Lehrer, der keine Unterrichtsstörungen hat oder zu haben glaubt!

Dr. Beate Forsbach

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Jul 12

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Olaf Jacobsen:
Ich stehe nicht mehr zur Verfügung
Wie Sie sich von belastenden Gefühlen befreien und Beziehungen völlig neu erleben
261 Seiten, ISBN 9783893855384
Windpferd Verlag 2008

Wie oft fühlt man sich unwohl, ohne dass man es erklären könnte. Man übernimmt die Stimmung, den Ärger oder die Wut einer anderen Person, um mit ihr gefühlsmäßig übereinzustimmen, „in Resonanz“ zu sein. Unangenehme Gefühle in privaten und beruflichen Beziehungen hat jeder schon erlebt, und so manchem fällt es schwer, sich davon zu befreien. „Ich stehe nicht mehr zur Verfügung“ – das ist die Botschaft, die Olaf Jacobsen in seinem hochinteressanten Buch formuliert. Er zeigt uns, wie man sich von belastenden Gefühlen befreien und Beziehungen völlig neu erleben kann.

Das Buch ist verständlich geschrieben, der Autor erläutert seine Erkenntnisse und Techniken an vielen Fallbeispielen, von denen man einige so oder ähnlich bereits erlebt hat. Trotzdem brauchte ich eine gewisse Zeit, um mich in die Gedankengänge einzufühlen, zumal ich noch nichts über die Methoden der freien Familienaufstellung wusste. Die vertiefenden Gedanken und Zitate anderer Autoren am Ende jeden Kapitels lassen einen das eben Gelesene besser verarbeiten. Die zahlreichen Hinweise auf andere Bücher geben demjenigen gute Empfehlungen, der sich mit der Thematik intensiver befassen möchte.

Im Mittelteil des Buches formuliert Olaf Jacobsen sechs grundsätzliche Möglichkeiten, wie man in belastenden Situationen und Beziehungen die sechs Worte „Ich stehe nicht mehr zur Verfügung“ anwenden kann. Spätestens hier ist man motiviert, diese Methoden auf eigene Situationen anzuwenden. Meine Erfahrung dabei war so intensiv, dass ich das Buch mit Spannung weiter gelesen habe. Denn man ist den Belastungen durch das Verhalten anderer nicht hilflos ausgeliefert. Man kann einfach sagen, dass die Probleme und Komplexe des Gegenübers nicht die eigenen sind, dass man ihm dafür keine Lösungen anraten kann, sondern dass man dafür einfach nicht mehr zur Verfügung steht. So geht es mir heute in der Rolle der Rezensentin für die Lehrerbibliothek: Ich stelle mich nicht mehr zur Verfügung, lasse es jetzt so und ziehe mich achtungsvoll zurück.

Das Buch regt zum Nachdenken über die eigenen Beziehungen und Probleme an und gibt konkrete Hilfen, wie man seine individuelle Lösung finden kann. Wir lernen, unsere eigenen Gefühle von denen anderer Menschen deutlich zu unterscheiden, für „stellvertretende Rollen“ mit den damit korrespondierenden Gefühlen nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Legen wir solche Rollen ab, dann verschwindet das damit verbundene Unwohlsein oft von selbst. Im Sinne einer authentischen Kommunikation kann man deutlich sagen: „Ich stehe nicht mehr zur Verfügung.“

Empfehlenswert!

Dr. Beate Forsbach

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