Rainer Schmidt:
Spielend das Leben gewinnen -
Was Menschen stark macht
240 Seiten, ISBN 978-3-579-06472-7
Gütersloher Verlagshaus
Als vor kurzem die Paralympischen Spiele in Peking stattfanden, wurde ich auf das Buch „Spielend das Leben gewinnen - Was Menschen stark macht“ aufmerksam. Denn der Autor Rainer Schmidt nahm in diesem Jahr zum sechsten Male an den Paralympics teil, um seine langjährige erfolgreiche Karriere als Tischtennisspieler abzuschließen. Und das, obwohl er ohne Unterarme und mit einem stark verkürzten Bein geboren wurde.
„Das Thema des Buches ist mein Lebensthema“ sagt der Theologe Rainer Schmidt, der als Referent am Pädagogisch-Theologischen Institut in Bonn arbeitet. Er hat es von Kindheit an erlebt, was es bedeutet, mit begrenzten Fähigkeiten zu leben, auf Hilfe angewiesen zu sein, ausgegrenzt zu werden, „nicht normal“ zu sein. Er schreibt sein Buch darum auch für Menschen, die mit ihren eigenen Begrenzungen schlecht leben können, die sich minderwertig, klein, unfähig, schwach fühlen.
„Ich kann was“ und „Ich bin wer“ - das sind die Zauberworte, die die Menschen stark für das Leben machen. Rainer Schmidt erzählt in vielen Geschichten aus seinem persönlichen Leben und von anderen Menschen über diese zwei fundamentalen Erfahrungen. Wer eine schwierige Aufgabe, eine Herausforderung erfolgreich bewältigt, gewinnt Vertrauen in die eigene Stärke. Durch Erfolgserlebnisse, aber auch durch die Bewältigung von Scheitern und Misserfolg, wird das eigene Selbstwertgefühl gestärkt. Wer merkt, dass er bedeutsam für andere Menschen ist, wird immer stärker, auch wenn er kränkende Beziehungen meistern muss.
Ich habe das Buch gerne gelesen, nicht nur wegen der Gedanken und Informationen, sondern auch wegen des Stils. Rainer Schmidt schreibt sehr lebendig und natürlich, er hat das Buch vor allem deshalb geschrieben, um selber glücklich zu sein. Aber er möchte auch anderen Menschen zu einem glücklichen Leben verhelfen. Er möchte sie anregen, stark zu werden, um ihr Leben spielend zu gewinnen. Diese unmittelbare Ansprache nimmt den Leser sofort für das Buch ein, und man folgt dem Autor gerne in seinen Überlegungen zur Veränderung der Gesellschaft, die er am Beispiel der Schule darlegt. Eindringlicher als manche pädagogischen Texte und bildungspolitischen Verlautbarungen zeigt er, wie sich Über- und Unterforderung in der Schule vermeiden lässt und wie man Kinder stark machen kann. Denn seiner Meinung nach schafft unser Schulsystem vor allem Verlierer. Zu seinem Traum einer besseren Gesellschaft gehört eine Schule ohne Noten, in der Schüler keine Angst haben müssen und stark fürs Leben werden.
Ein eindrucksvolles Buch mit einer Vision, die allen Menschen Hoffnung auf ein besseres Leben macht!
Dr. Beate Forsbach
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