Mrz 29

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Kay Pollak:
Durch Begegnungen wachsen
Für mehr Achtsamkeit und Nähe
im Umgang mit anderen
112 Seiten, ISBN: 978-3-517-08312-4
Südwest Verlag 2007

„Sie besitzen von allem, was in diesem Buch steht, bereits Kenntnisse. Es handelt von der Begegnung mit anderen Menschen und von unserer Fähigkeit, durch diese Begegnungen zu wachsen.“ Das schreibt der schwedische Regisseur und Autor Kay Pollak, der bei uns vor allem durch seinen erfolgreichen Film „Wie im Himmel“ bekannt wurde, im Vorwort seines Buches. Die Thesen und Leitsätze seines Buches (und vor allem ihre Anwendung) haben die Arbeit an dem Film „Wie im Himmel“ enorm beeinflusst.

Denn im Film wie im Leben geht es um die Begegnungen zwischen Menschen, um die Kommunikation unter Fremden und Freunden. Kay Pollak hat sich zwanzig Jahre lang intensiv mit Kommunikation befasst, weil er oft mit Menschen in seiner Umgebung aneinander geriet. Wie er haben viele Menschen Schwierigkeiten, andere so zu akzeptieren, wie sie sind, und oft sind sie der Meinung, Unstimmigkeiten seien Schuld der anderen. Denn oftmals stören negative Einflüsse die Kommunikation.

Kay Pollak zeigt uns, dass es die eigenen Gedanken sind, die eine gelungene Kommunikation beeinträchtigen. Und er zeigt uns, wie wir lernen können, unsere Gedanken so zu beeinflussen, dass wir gut mit anderen Menschen kommunizieren können. Denn jedes Gespräch, jede Begegnung ist es wert, mit großer Achtsamkeit und Nähe geführt zu werden. Man kann von jedem Menschen, dem man begegnet, etwas lernen, egal, ob es ein Freund oder Feind ist. Keine Begegnung zwischen Menschen kommt zufällig zustande, und so werden die Begegnungen mit bekannten und unbekannten Menschen immer interessanter.

Das Buch ist angenehm und unterhaltsam zu lesen, es ist interessant und bietet dem Leser eine Menge Überraschungen. Man ist manchmal verblüfft und sagt sich: Ja, so ist es! Tatsächlich scheint man alles, was Kay Pollak schreibt, schon zu kennen. Aber er hat es überzeugend aufgebaut und in einen Grundkurs, einen Fortsetzungskurs und einen Abschlusskurs gegliedert. Alle Gedanken sind einfach und klar formuliert, das Buch ist wirklich sehr leicht zu lesen. Man kann darin immer wieder nachschlagen, und so wird es den Alltag jeden Lesers, ja sogar sein ganzes Leben, grundlegend verändern.

Die Beispiele und praktischen Strategien sind unmittelbar nachvollziehbar, man kann das Gelesene direkt im nächsten Gespräch anwenden. Ermutigt durch diese Wirkung wird der Leser motiviert, immer spontaner und selbstsicherer zu werden. Er wird eben „durch Begegnungen wachsen“, wie der Buchtitel verspricht.

Ein interessantes Buch, das seinen Lesern Mut macht, neue Wege zu einer erfolgreichen Kommunikation und damit zu einem glücklichen Leben zu finden.

Dr. Beate Forsbach

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Mrz 15

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Laura Lüdtke:
Oma ich liebe dich
… auch wenn es regnet
124 Seiten, ISBN 978-3-8370-7939-5
Books on demand 2009

“Ich möchte die Welt ein bisschen mit meinen Geschichten aufmuntern, ein kleines Lächeln über den Gartenzaun schicken, auch wenn oft alles grau erscheint. Ein Lächeln leuchtet durch alles Schlimme. Von diesen vielen kleinen ‘Lächelgelegenheiten’ schreibe ich und möchte andere daran teilnehmen lassen.” Das schreibt die 71-jährige Laura Lüdtke im Klappentext zu ihrem ersten Buch mit Geschichten über ihren 7-jährigen Enkel Niklas. Sie hat im Laufe der Jahre viele seiner Aussprüche gesammelt, die er zum Besten gab.

Eine Episode reiht sich an die nächste, und wenn man das Buch irgendwo aufgeschlagen hat, möchte man gar nicht mehr aufhören, darin zu lesen. Laura Lüdtke hat einen wunderbaren humorvollen Stil und weiß kleine alltägliche Begebenheiten treffend zu erfassen und zu formulieren. Erst mit 68 Jahren hat sie sich einen Computer angeschaft und mühsam gelernt, damit umzugehen. Sie schreibt gerne und das Internet bietet ihr weltweite Kontakte.

Die Geschichten über Niklas hatte sie zunächst in ihrem Blog “Lauras Klatschmohn” veröffentlicht, und sie bekam so viele positive Zuschriften, dass sie schließlich dieses Buch schrieb. Sie schafft es wirklich, den Leser aufzuheitern und “rosa” Gedanken in einer grauen Wirklichkeit zu verbreiten.

Die Autorin, die erst vor kurzem ihren Mann verloren hat, gibt uns mit ihrem Buch aber auch eine wichtige Lektion in Lebenskunst: Wenn man selber traurig ist, kann man sich selber am besten aufmuntern, wenn man anderen ein Lächeln schickt. Denn das kommt garantiert zurück!

Ein empfehlenswertes Buch für jeden, der sich durch die Freude an Kindergeschichten selber eine Freude machen will.

Dr. Beate Forsbach

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Mrz 07

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Klaus W. Vopel:
Expressives Schreiben
Ein Programm zur seelischen Immunisierung
120 Seiten, ISBN 978-3-89403-336-1
Iskopress 2006

Tagebuchschreiben hat heute einen großen Aufschwung genommen, nachdem das Internet viele Möglichkeiten für Privatpersonen bereit gestellt hat. Fast immer geht es darum, beim Schreiben seiner Befindlichkeit, seinen Hoffnungen und Ängsten Ausdruck zu geben. Denn Schreiben befreit und hilft uns, traumatischen Stress, Verletzungen und unerledigte Konflikte zu verarbeiten. Expressives Schreiben, bei dem Menschen sich emotional öffnen und ihre tiefsten Gedanken und Gefühle ausdrücken, wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.

Klaus W. Vopel beschreibt in seinem Buch ein Programm, das von dem amerikanischen Psychologieprofessor Dr. James W. Pennebaker entwickelt wurde. Dessen Studien zeigten, dass Schreiben unser psychisches und physisches Wohlbefinden steigern kann. Es kann uns helfen, mit Krisen und Verletzungen fertig zu werden, eine neue Sicht auf das Erlebte einzunehmen und es zu verarbeiten. Daraus erwachsen neue Lebensperspektiven, die uns mit Optimismus, Mut und Lebensfreude erfüllen.

Mir gefällt an diesem Programm ganz besonders, dass es jeder sofort einsetzen kann, ohne einen Psychotherapeuten, ohne Selbsthilfegruppe und ohne Kosten. Und man muss sich beim Schreiben auch nicht auf einen Briefpartner einstellen, sondern man schreibt ganz für sich. Man braucht nur Papier und Stift. Der Autor rät, keinen Computer zu benutzen, aber ich kann es mir zumindest für mich gut vorstellen, weil ich gerne und schnell auf der Tastatur schreibe. Es gibt inzwischen Tagebuchprogramme für den PC, denn die Ergebnisse des expressiven Schreibens sind in der Regel nicht für öffentliche Weblogs geeignet.

Auf dem Weg zur seelischen Immunisierung begleitet Klaus W. Vopel den Leser mit verständlichen Anleitungen und motivierenden Worten. Nach einleitenden Erläuterungen zum Was - Wie oft - Wann - Wo - Womit des Schreibens stellt er zunächst die klassische Vier-Tage-Methode des expressiven Schreibens nach James Pennebaker vor. Dann folgen Anleitungen zu fast 40 verschiedenen Schreibexperimenten, die in drei Themenbereiche eingeordnet sind: „Blockierte Gefühle lösen“, „Zur Ruhe kommen“ und „Die Schattenseiten des Lebens akzeptieren“. Nicht jedes Experiment wird für jeden geeignet sein, aber die Anregungen sind gut und hilfreich. Schließlich erfährt man, wie man ein Trauma oder eine Krise in eine Geschichte überführt, die man wiederum anderen Menschen mitteilen kann.

Empfehlenswert für jeden, der seine persönlichen Probleme beim Schreiben lösen will.

Dr. Beate Forsbach

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Mrz 01

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Kurt Peipe
mit Michaela Seul:
Dem Leben auf den Fersen
Zu Fuß von Flensburg nach Rom -
die Geschichte meiner Reise zu mir selbst
320 Seiten, ISBN 978-3-426-27474-3
Droemer Verlag 2008

„Ich weiß, dass mein Leben nicht mehr lange dauert. Und ich kann jedem in dieser Situation nur raten: Mache, was dir Erfüllung bringt, und wenn es noch so verrückt ist.“ Das sagt der schwäbische Gärtnermeister Kurt Peipe, der mit 62 Jahren erfährt, dass er Darmkrebs im Endstadium und nur noch ein halbes Jahr zu leben hat.

Er aber lässt sich entgegen aller Warnungen nicht operieren und beginnt seine eigene Therapie. Er muss in Rente gehen, und die eigene Behandlung schafft finanzielle Probleme. Aber er und seine Frau sind fest davon überzeugt, das Richtige zu tun. Und so lebt er schon drei Jahre nach der Diagnose, als er schließlich doch operiert werden muss. Er bekommt einen künstlichen Darmausgang und akzeptiert das Unvermeidliche. Und er erfüllt sich seinen größten Wunsch: Er macht sich auf den Weg von Flensburg bis nach Rom, 3550 Kilometer in 166 Tagen, ganz alleine, denn das Geld ist zu knapp, um seine Frau mitzunehmen.

In einem bewegenden Buch erfahren wir alles über diese großartige Wanderung eine todkranken Mannes, dessen fester Wille seinem Körper Kraft gibt. Statt sich in seiner letzten Lebensphase in die Hände der Schulmediziner zu begeben, lebt er intensiv und vielleicht sogar länger als mit einer ärztlichen Behandlung. Denn sein Leben wird hier abgerundet: Durch die Begegnung mit vielen Menschen erfährt er alles über sich selbst, über sein Leben, aber auch über seine Grenzen. Und er kommt zu der Erkenntnis, dass viele Menschen besser sind als ihr Ruf.

Wie so viele Menschen, die ihr Leben lang immer nur funktionieren, ohne groß darüber nachzudenken, hat Kurt Peipe immer nur von dieser Wanderung geträumt. Schließlich hat er einfach sein bisheriges Leben stehen und liegen gelassen, hat seine letzte Chance wahrgenommen und ist losgewandert: In ein neues Leben. Kritiker werden sagen, er hätte sich besser rechtzeitig von den Schulmedizinern behandeln lassen sollen, dann hätte er vielleicht länger gelebt. Doch was ist die Quantität gelebten Lebens gegen eine derartige Qualität des neuen Lebens, wie Kurt Peipe es erlebt und beschrieben hat. Denn das Buch zu schreiben war auch ein großer Wunsch von ihm, den er sich mit Unterstützung der Autorin Michaela Seul erfüllt hat. Ist es Zufall oder Fügung, dass er genau am 8. August 2008, dem Erscheinungstag seines ersten Buches, gestorben ist?

Ein bewegendes Buch mit einer großartigen Botschaft!

Dr. Beate Forsbach

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