Live-Musik Band III Expressives Schreiben
Mrz 01

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Kurt Peipe
mit Michaela Seul:
Dem Leben auf den Fersen
Zu Fuß von Flensburg nach Rom -
die Geschichte meiner Reise zu mir selbst
320 Seiten, ISBN 978-3-426-27474-3
Droemer Verlag 2008

„Ich weiß, dass mein Leben nicht mehr lange dauert. Und ich kann jedem in dieser Situation nur raten: Mache, was dir Erfüllung bringt, und wenn es noch so verrückt ist.“ Das sagt der schwäbische Gärtnermeister Kurt Peipe, der mit 62 Jahren erfährt, dass er Darmkrebs im Endstadium und nur noch ein halbes Jahr zu leben hat.

Er aber lässt sich entgegen aller Warnungen nicht operieren und beginnt seine eigene Therapie. Er muss in Rente gehen, und die eigene Behandlung schafft finanzielle Probleme. Aber er und seine Frau sind fest davon überzeugt, das Richtige zu tun. Und so lebt er schon drei Jahre nach der Diagnose, als er schließlich doch operiert werden muss. Er bekommt einen künstlichen Darmausgang und akzeptiert das Unvermeidliche. Und er erfüllt sich seinen größten Wunsch: Er macht sich auf den Weg von Flensburg bis nach Rom, 3550 Kilometer in 166 Tagen, ganz alleine, denn das Geld ist zu knapp, um seine Frau mitzunehmen.

In einem bewegenden Buch erfahren wir alles über diese großartige Wanderung eine todkranken Mannes, dessen fester Wille seinem Körper Kraft gibt. Statt sich in seiner letzten Lebensphase in die Hände der Schulmediziner zu begeben, lebt er intensiv und vielleicht sogar länger als mit einer ärztlichen Behandlung. Denn sein Leben wird hier abgerundet: Durch die Begegnung mit vielen Menschen erfährt er alles über sich selbst, über sein Leben, aber auch über seine Grenzen. Und er kommt zu der Erkenntnis, dass viele Menschen besser sind als ihr Ruf.

Wie so viele Menschen, die ihr Leben lang immer nur funktionieren, ohne groß darüber nachzudenken, hat Kurt Peipe immer nur von dieser Wanderung geträumt. Schließlich hat er einfach sein bisheriges Leben stehen und liegen gelassen, hat seine letzte Chance wahrgenommen und ist losgewandert: In ein neues Leben. Kritiker werden sagen, er hätte sich besser rechtzeitig von den Schulmedizinern behandeln lassen sollen, dann hätte er vielleicht länger gelebt. Doch was ist die Quantität gelebten Lebens gegen eine derartige Qualität des neuen Lebens, wie Kurt Peipe es erlebt und beschrieben hat. Denn das Buch zu schreiben war auch ein großer Wunsch von ihm, den er sich mit Unterstützung der Autorin Michaela Seul erfüllt hat. Ist es Zufall oder Fügung, dass er genau am 8. August 2008, dem Erscheinungstag seines ersten Buches, gestorben ist?

Ein bewegendes Buch mit einer großartigen Botschaft!

Dr. Beate Forsbach

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