Aug 12

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Claudia Nentwich:
Liederfänger
Wege zum Songwriter
205 Seiten, ISBN 9783833465086
Books on Demand 2007

Wer schon einmal selbst oder mit Schülern im Unterricht Lieder schreiben wollte, kennt die Frage, wie das denn wohl geht. Muss man sich erst Informationen aus verschiedensten Quellen zusammensuchen, oder legt man einfach los mit dem Texten und Komponieren?

Claudia Nentwich betreibt seit 1999 das Songwriting Forum Berlin (http://www.songwritingforum.de), auf dem man auch für den Unterricht viele nützliche Informationen zum Liedermachen finden kann. Sie schreibt selbst Songs und arbeitet als Songwriting- und Gesangscoach. Mit ihrem Buch „Liederfänger – Wege zum Sonwriter“ hat sie eine Lücke in der deutschsprachigen Literatur geschlossen. Es enthält Interviews mit zehn Songwritern, und dabei erfährt man nicht nur viel Interessantes über diese Künstler, sondern auch über das Songwriting an sich. Dabei laufen die Interviews nicht nach einem einheitlichen Schema ab, sondern sind ganz auf den jeweiligen Liedermacher zugeschnitten.

Das Buch ist lebendig und unterhaltsam geschrieben, aber auch informativ und lehrreich. Es begeistert den Leser, macht Freude und fördert Kreativität. Und natürlich ist es auch für den Gebrauch im Musikunterricht bestens geeignet.

Unbedingt zu empfehlen!

In meinem Buch „Fächerübergreifender Musikunterricht“ (Forsbach 2008) gibt es übrigens ein Kapitel „Liedermachen“, in dem ein entsprechendes Unterrichtsprojekt dargestellt wird.

Dr. Beate Forsbach

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Jul 23

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Gerhard Faulstich:
Singen lehren - Singen lernen
Grundlagen für die Praxis des Gesangunterrichtes
Forum Musikpädagogik Band 24
152 Seiten, ISBN 978-3-89639-149-0
5., verbesserte Auflage
Wißner Verlag 2006

Singen ist heutzutage „in“, zumindest seit die Medien immer wieder betonen, dass Singen glücklich und gesund macht. Mehrere Initiativen haben sich inzwischen gebildet, um das Singen zu fördern, es gibt Workshops und Singgruppen, auch Sing-Urlaub wird inzwischen angeboten.

So ist es nicht verwunderlich, dass das 1997 erschienene Buch „Singen lehren – singen lernen“ von Gerhard Faulstich in nunmehr 5. Auflage immer noch einen reißenden Absatz findet. Der erfahrene und erfolgreiche Sänger und Professor für Gesang und Gesanglehrerausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover hat auf nur 152 Seiten alle wichtigen Grundlagen für die Praxis des Gesangunterrichtes übersichtlich dargestellt. Die Besonderheit dieses Buches liegt darin, fundierte Informationen über die Stimme, Atmung und Tongebung bereit zu stellen, sowie grundlegende Prinzipien für die Inhalte des Gesangunterrichts und für die Formen der Vermittlung aufzuzeigen.

Wer in dem systematisch aufgebauten Buch eine detaillierte Gesangsschule erwartet, wird enttäuscht. Auch eignet sich das Buch nicht für den Selbstunterricht von Laien. Der Autor unterscheidet deutlich zwischen der Rolle des Sängers und des Gesanglehrers, denn ein hervorragender Sänger ist nicht gleichzeitig ein guter Gesanglehrer. Dieser ist natürlich zunächst auch Sänger, sollte aber darüber hinaus ein umfangreiches Wissen über die funktionalen Zusammenhänge des Singens und seiner Vermittlung haben.

Dieses Wissen wird in dem vorliegenden Buch gründlich vermittelt, wobei die hervorragenden Grafiken und beschrifteten Abbildungen den Text gut auflockern und veranschaulichen. Vom Lehrer wird erwartet, dass er sich individuell auf jeden Schüler einstellt. Daher kann es keine Übungen geben, die für jeden geeignet sind. Vielmehr muss der Lehrer seine Fähigkeit zum physiologischen Hören, Sehen und Fühlen entwickeln und ausbilden, um die individuellen Eigenarten des Stimmklangs analysieren zu können. Auf der Basis seines erworbenen Wissens wird er dann die jeweils angemessene Unterrichtsmethode finden können.

Die Kombination von systematisiertem Wissen und der Anleitung zu einer individuellen Unterrichtsmethode ist offensichtlich das Erfolgsrezept dieses interessant geschriebenen Buches, das schon längst zu einem Standardwerk der Gesangliteratur geworden ist. Es ist unbedingt empfehlenswert für jeden Gesanglehrer in Praxis und Ausbildung, darüber hinaus aber auch für jeden am Gesang und an der Stimme interessierten Leser.

Dr. Beate Forsbach

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Jul 23

Beate Forsbach:
Fächerübergreifender Musikunterricht
Konzeption und Modelle für die Unterrichtspraxis
Forum Musikpädagogik Bd. 77
268 Seiten, ISBN 978-3-89639-549-8
Wissner Verlag Augsburg 2008

Rezension von Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de:
“Leider ist es immer noch die Regel, dass Lehrerinnen und Lehrer das Fach, das sie unterrichten, für das Wichtigste halten und nicht bereit sind, über die Grenzen des eigenen Faches zu blicken. Dabei bietet der fächerübergreifende Unterricht die große Chance, Problemstellungen nicht nur aus der Sicht eines Fachgebietes, sondern in ihrer Vielschichtigkeit zu betrachten. Und nicht nur fachlich, sonderna uch methodisch besteht die Möglichkeit deskooperativen Suchens nach Lösungen. Beate Forsbach praktiziert diese Idee des fächerübergreifenden Unterrichts seit vielen Jahren und bietet dem Leser im vorliegenden Buch einen Einblick in den fächerübergreifenden Musikunterricht. Neben der grundlegenden Einführung in die Konzeption (Arbeitsdefinition, Merkmale, Absichten, Ziele, Organisationsformen etc.) ist das Buch aber vor allem eine Fundgrube für die Praxis. Die Autorin entfaltet den Ansatz anschaulich und konkret an einer Viezahl von Beispielen und Themen (Klanggeschichten, Liedermachen, Musik und Gewalt, Musical, Jazz-Geschichten u.a.). Die vorgestellten Unterrichtsmodell und Projekte machen Lust, neue Wege zu wagen. Voraussetzung ist natürlich, dass Lehrer und Schüler bereit sind, den Weg des gemeinsamen Forschens zu gehen und Abschied zu nehmen von festgefahrenen Rollenbildern und lehrerzentrierten Methoden. Weiterführende Informationen und Materialien sind auf der Webseite zum Buch erhältlich: www.faecherübergreifender-musikunterricht.de.”

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Jul 23

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Stefan Jäger:
Experimentelle Musik in der Hauptschule
Ausgewählte Ansätze für das Klassenmusizieren
Forum Musikpädagogik Band 83
204 Seiten, ISBN 9783896396211
Wißner Verlag 2007

Experimentelle Musik findet sich in den Lehrbüchern für den Musikunterricht vergleichsweise selten – zu schwierig scheint die Vermittlung an Jugendliche zu sein, zu wenig scheint experimentelle Musik für den Musiklehrer ein lohnenswertes Thema zu sein. In der Hauptschule scheint dieses Thema erst recht ein sehr schwieriges zu sein, denn in dieser Schulform ist nach allgemeiner Meinung der Musikunterricht an sich schwierig, so er denn überhaupt stattfindet.

Der Autor des vorliegenden Buches, Stefan Jäger, formuliert in seinem Vorwort keine derartigen Vorbehalte, sondern die Motivation, aus der die Idee zu seinem Buch entstand: „Schnebels Ideen der Klangerzeugung faszinierten mich, weil er in beiden Stücken gewöhnliche Alltagsgegenstände als Klangerzeuger einsetzt: Stühle und Münzen. Außerdem fand ich es bemerkenswert, dass der Komponist durch seine Art der Notation (teils herkömmlich, teils grafisch) zwar einerseits genau das Notierte vom Interpreten verlangt, andererseits jedoch genügend Freiräume schafft (siehe Solo-Teile in Zahlen für Münzen) um eigene Kreativität und Ideen entwickeln zu können.“

Aus der Erfahrung, dass es keine absolut „richtige“ Version bei der Aufführung dieser Musik gibt, kam er auf die Idee, solche Stücke experimenteller Musik im Musikunterricht der Grund- und Hauptschule zu erproben. Mit der Darstellung dieser von ihm erprobten Ansätze zum Klassenmusizieren schließt er eine Lücke in der musikpädagogischen und unterrichtspraktischen Literatur. In drei grundlegenden Kapiteln fasst er die wichtigsten Fakten zum Musiklernen durch Musikmachen, zum Klassenmusizieren und zum Experimentellen Musizieren zusammen. Im zweiten Teil der Arbeit stellt er vielfältige Kompositionen und Konzeptionen experimenteller Musik vor. Nach einer Analyse folgen jeweils konkrete Anregungen für den Musikunterricht mit methodischen und didaktischen Anmerkungen.

Neben seiner bemerkenswerten Detailkenntnis haben mich vor allem die unterrichtspraktischen Darstellungen beeindruckt, die den Autor als erfahrenen und begeisterten Musiklehrer an der „schwierigen Schulform“ Hauptschule ausweisen. Einer schwierigen Schülerklientel begegnet er mit einem schüler- und handlungsorientierten Musikunterricht, in dem experimentelle Musik sich als besonders geeignet für das Klassenmusizieren erweist.

Aus diesem Grund möchte ich dieses Buch jedem Musiklehrer empfehlen, auch wenn er in einer anderen Schulform der Sekundarstufen unterrichtet.

Dr. Beate Forsbach

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Jul 23

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Dorothee Barth:
Ethnie, Bildung oder Bedeutung?
Zum Kulturbegriff in der interkulturell orientierten Musikpädagogik
Forum Musikpädagogik Band 78
229 Seiten, ISBN 9783896396259
Wißner Verlag 2007

Der Musikunterricht hat auch heutzutage seine inhaltlichen Schwerpunkte meist im traditionellen Werkkanon der europäischen Musikkultur. Darin kommt allerdings die musikkulturelle Erfahrungswelt Jugendlicher kaum vor. Musiklehrer haben zwar gelernt, ein klassisches Kunstwerk zu vermitteln, kennen aber in der Regel keine interkulturellen Konzepte oder Methoden. Vor allem können die meisten Lehrer nicht souverän und angemessen mit der besonderen Lage von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund umgehen.

Die musikpädagogische Auseinandersetzung mit der Interkulturalität stagniert inzwischen weitgehend, nachdem in den 1990er Jahren mehrere Materialien zur Unterrichtspraxis und wissenschaftliche Publikationen erschienen sind. Denn Themen wie PISA, die „Bastian-Studie”, Leistungsstandards oder Bildungskanon scheinen wichtiger geworden zu sein.

Dorothee Barth hat mit ihrer Dissertation zum Kulturbegriff in der interkulturell orientierten Musikpädagogik dieses Thema wieder in die aktuelle Diskussion eingebracht. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit dem Kulturbegriff auseinander, sie schafft so die notwendigen theoretischen Grundlagen und eröffnet zudem neue Perspektiven für die Unterrichtspraxis. Als erfahrene Lehrerin, die an einem Hamburger Gymnasium Musik und Latein unterrichtet, kennt die Autorin die Probleme der Unterrichtspraxis zur Genüge. Die von ihr dargestellte interkulturelle Musikpädagogik auf der Basis des „bedeutungsorientierten Kulturbegriffs“ möchte an der Entwicklung der Fähigkeit zur musikalisch-ästhetischen Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen arbeiten – egal um welche Musik es sich dabei handelt. Am Beispiel von Kindern und Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund verdeutlicht sie, wie stark deren musikalische Vorlieben durch ihre spezifische Migrationssituation beeinflusst sind.

Wer sich die Zeit nimmt, diese überzeugende und sehr verständlich dargestellte wissenschaftliche Abhandlung zu lesen, wird viele neue Erkenntnisse über seine eigene Vorstellung von „der Kultur“ oder „den Kulturen“ gewinnen. Zwar wird man keine konkreten Vorschläge für die Praxis des Musikunterrichts finden, die man am nächsten Tag direkt umsetzen kann. Aber viel wichtiger für die Lehrer (auch wenn sie nicht nur Musik unterrichten) erscheint mir die Ermutigung, das „Wagnis der Interkulturalität“ einzugehen. Dorothee Barth empfiehlt als Haltung gegenüber den Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie den fremden Musiken gegenüber: „dass man den Rollentausch vom Alles-besser-wissen-Müssenden zum Genau-Beobachtenden und Gute-Fragen-Stellenden zu ertragen lernt und dass man sich immer mehr als Forschenden und Lernenden denn als ausschließlich Lehrenden sieht“.
Empfehlenswert für jeden(Musik-)Pädagogen!

 Dr. Beate Forsbach

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