Jul 23

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Bert Gerhardt:
Internet und Musikunterricht
Bestandsaufnahme und Perspektiven
Forum Musikpädagogik Band 64
226 Seiten, ISBN 9783896394422
Wißner Verlag 2004

Musiklehrer nutzen den Computer vorwiegend netzunabhängig als Instrument zur MIDI- und Audio-Verarbeitung, sie komponieren, arrangieren und schreiben Noten für den Musikunterricht. Dies spiegelt sich auch in den Themen der meisten musikpädagogischen Veröffentlichungen und Fortbildungsveranstaltungen wider. Dagegen werden die neuen Möglichkeiten des Internet, also weltweite Vernetzung, Informationsbeschaffung und Datenaustausch, verschiedene Formen der Interaktion und Kommunikation sowie neue Präsentationsformen im Musikunterricht noch viel zu wenig berücksichtigt.

Bert Gerhardt, Musiklehrer, Multimediaberater und Projektleiter der Online-Datenbank für den Musikunterricht http://schulmusiker.info hat mit seinem Buch „Internet und Musikunterricht“ eine Lücke in der musikpädagogischen Literatur geschlossen. Im einleitenden Teil seiner Dissertation reflektiert er die musikpädagogischen Konsequenzen der Entstehung und Ausbreitung des Internet als einer primär technischen und gesellschaftlichen Entwicklung. Im Kern seiner Arbeit steht die Frage zur Diskussion, ob das Internet ein Medium des Musikunterrichts ist und sein soll. Und hier ist es sehr beeindruckend, die umfangreichen Analysen von Auffassungen und Meinungen von Musiklehrern in der Praxis zu lesen.

An einer Fragebogenaktion nahmen über 200 Musiklehrer teil, die sich zu einzelnen Aspekten der Internetnutzung im Musikunterricht äußerten. Außerdem wurden Leitfrageninterviews mit sieben unterschiedlichen Typen von Musiklehrern durchgeführt: Der Begeisterte, der Skeptische, der Pragmatische, der Nüchterne, der Offene, der Professionelle und der Praktische beschreiben ihre Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf die Neuen Medien, nehmen Stellung zu Themen, Zielen und Methoden, zu Organisationsformen und Modellen für die Internetnutzung sowie zu deren Stellenwert im Musikunterricht.

Mit diesen hochinteressant zu lesenden Untersuchungen hat der Autor ein Buch geschaffen, das neben dem wissenschaftlichen Anspruch auch die Interessen der Lehrer in der Schulpraxis berücksichtigt. Sie erhalten einen Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung des Internet im Musikunterricht und bekommen gleichzeitig Informationen und Anregungen zur Bewertung vorhandener Argumentationen und Modelle. Leider ist noch kein musikpädagogischer Grundkonsens der Musiklehrerschaft erkennbar, aber es steht fest, dass der Musikunterricht für viele Schüler interessanter werden könnte, wenn mehr Unterricht mit dem Computer stattfinden würde. Angesichts der derzeitigen Krise des Musikunterrichts ist dieses Buch daher jedem Musiklehrer an Herz zu legen. Die Musiklehrer vor Ort mit ihren Erfahrungen und Wünschen sind nicht nur der zentrale Ausgangspunkt dieser Untersuchung, sondern auch das Ziel. Für sie werden neue Perspektiven für den Musikunterricht der Zukunft aufgezeigt.

Sehr empfehlenswert für jeden Musiklehrer!

Dr. Beate Forsbach

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Jul 01

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Georg Maas, Achim Schudack:
Der Musikfilm
Ein Handbuch für die pädagogische Praxis
387 Seiten, ISBN 978-3-7957-0597-8
Schott Verlag 2008

Filmmusik gehört zu den Lieblingsthemen vieler Schüler und ist im Musikunterricht inzwischen eine Selbstverständlichkeit geworden. Dagegen eignet sich der Musikfilm nicht unbedingt als Gegenstand einer Unterrichtsreihe. In seinen vielfältigen Erscheinungsformen kann er aber den Musikunterricht entscheidend bereichern.

Mit dem Buch „Der Musikfilm“ legen der Professor für Musikpädagogik und Musikdidaktik Georg Maas und der Musik- und Deutschlehrer Achim Schudack ein „Handbuch für die pädagogische Praxis“ vor und schließen damit eine Lücke in der unterrichtspraktischen Literatur. Es werden aber keine Unterrichtsmodelle präsentiert, die sich auf andere vergleichbare Musikfilmbeispiele übertragen lassen. Für den Musiklehrer ist es wichtig, einen Überblick über die für den Unterricht geeigneten Filmbeispiele zu bekommen, und diese in geeigneter Weise in den Musikunterricht einbeziehen zu können.

Im ersten Teil des erfährt man, was ein Musikfilm überhaupt ist, wie er den Musikunterricht bereichern kann und was bei der Arbeit mit Filmen im Unterricht zu beachten ist. Der zweite Teil bietet vielfältige Informationen und didaktische Anregungen zu den wichtigsten Erscheinungsformen des Musikfilms: Filme, in denen Musikwerke durch Filmbilder begleitet werden, wie z.B. Musiktheater, Aufnahmen von Konzerten, narrative und illustrative Bildbegleitung von klassischer Musik und Rock- und Popmusik in Form von Videoclips, außerdem Filmmusicals, Rockfilme, biografische Filme über Musiker und Komponisten, sowie dokumentarische Filme.

Das verständlich geschriebene Werk stellt eine wahre Fundgrube für jeden Musiklehrer, aber auch für den interessierten Musikliebhaber dar. Die gewählten Beispiele sind meist allgemein bekannt und dürften für den heutigen Musikunterricht in den Sekundarstufen sehr motivierend sein. Im Anhang findet man ein ausführliches Filmregister, ein Verzeichnis biografischer Musikspielfilme sowie ein Glossar und eine Auswahlbibliographie.

Sehr empfehlenswert für jeden Musiklehrer und Musikliebhaber!

Dr. Beate Forsbach

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Jul 01

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Barbara Busch (Hrsg.):
Einfach musizieren!?
Studientexte zur Instrumentalpädagogik
Forum Musikpädagogik Band 81
142 Seiten, ISBN 978-3-89639-617-4
Wißner Verlag 2008

Musikklassen boomen. An immer mehr allgemeinbildenden Schulen findet Musikunterricht in Form des Klassenmusizierens statt. Und viele Schüler möchten neben oder nach dem Unterricht in der Schule ihr Instrument erlernen, im privaten Einzelunterricht oder an einer Musikschule. Mit ihrem Buch „Einfach musizieren!?“ gibt Barbara Busch vielfältige Informationen zur Instrumentalpädagogik, die gleichermaßen interessant für Musiklehrer an allgemeinbildenden Schulen als auch für Instrumentallehrer sind. Studierende und Lehrende der entsprechenden Studiengänge können im Rahmen von Lehrveranstaltungen oder auch im Selbststudium mit dem Buch arbeiten.

Als Professorin für Musikpädagogik und Instrumentaldidaktik lässt Barbara Busch in ihrem Buch sieben weitere Lehrende der Musikhochschulen Nürnberg-Augsburg und Würzburg zu Wort kommen. Die Texte dokumentieren die instrumentalpädagogische Arbeit dieser Institutionen und bieten ein breites Themenspektrum. Im ersten Teil des interessanten und gut aufgebauten Buches beschäftigt sich Barbara Busch mit Rollenbildern von Musiklehrern, einerseits setzt sie sich mit dem Rollenkonflikt „Künstler oder Pädagoge“ auseinander, zum anderen mit der Rolle der Frau in der Musikerziehung.

Im zweiten Teil erscheinen mir die Texte zur Improvisation von Martin Eibach und zum Komponieren im Instrumentalunterricht von Vivienne Olive und Renate Reitinger besonders interessant, denn diese Themen werden im traditionellen Instrumentalunterricht nur selten berücksichtigt. Unterhaltsam zu lesen und hübsch illustriert ist der Beitrag von Barbara Busch über Instrumentalschulen, in denen es heutzutage von Mäusen, Bären und Hasen wimmelt. Andrea Friedhofen beschreibt die Kontakte zwischen elementarer Musikpädagogik und Instrumentalpädagogik, während Barbara Busch über die Beobachtung und Bewertung von Instrumentalunterricht reflektiert.

Im dritten Teil wird schließlich der Themenbereich auf einige Nachbardisziplinen ausgeweitet. Neben dem sehr aufschlussreichen Beitrag von Sonja Stibi über die anthropologischen Grundlagen musikpädagogischer Arbeit finden sich nicht minder interessante Ausführungen von Angela Gebler über musikphysiologische Aspekte des Instrumentalspiels. Abschließend beschreibt Tonius Timmermann Schnittfelder und Grenzen zwischen Musikpädagogik und Musiktherapie.

Das verständlich geschriebene Buch beeindruckt besonders durch seine Gestaltung: Neben einem übersichtlichen Schriftbild finden sich viele Grafiken, Notenbeispiele, Tabellen und Auflistungen. Am Ende jeden Kapitels finden sich Aufgaben, die zum Reflektieren über das Gelesene und zur persönlichen Weiterarbeit anregen sollen. Außerdem werden Hinweise auf Literatur zum jeweiligen Thema gegeben, wobei einige Publikationen als empfohlene Erstlektüre gekennzeichnet sind.

Ein bemerkenswertes Buch, das zur musikpädagogischen Theoriebildung beiträgt und für die Schulpraxis interessant sein dürfte.

Dr. Beate Forsbach

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Jun 30

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David Lindner:
Gesang der Stille
Das Geheimnis der Klangschalen
Buch & CD, 74 Seiten, ISBN 9783933825216
Traumzeit Verlag 2003

Das Geheimnis der Klangschalen kann man in dem Buch „Gesang der Stille“ nach und nach entdecken. Zunächst einmal empfindet man Freude, wenn man den Sounds einer schönen Klangschale das erste Mal hört. Und die beigefügte CD bietet Klangbeispiele ganz verschiedenartiger Klangschalen. Dann empfindet man Sinnlichkeit, denn das Buch huldigt der Schönheit der Klangschalen, ihrer Vielfalt in Form, Farbe, Herstellung und Sound. Aber auch das Erlebnis von Stille und Fülle ist ein Geheimnis der Klangschalen. Schließlich bietet das Buch viele Informationen über Klangschalen - mit Herz und Verstand.

Dieses Buch hat David Lindner, der Inhaber des Traumzeit-Verlags, mit viel Liebe und Begeisterung gestaltet. Mit vielen Fotos, Grafiken, Anleitungen und informativen Texten vermittelt das Buch alles, was man über Klangschalen wissen muss. Darüber hinaus werden auch Themen wie Klang-Massage, Baden im Klang, Feng Shui und Klangschalen, Meditation, Klangschalen in Therapie und Medizin behandelt. Die Spielanleitung ist gut und verständlich geschrieben, doch vielleicht ist es besser, den Umgang damit direkt zu lernen, z.B. Traumzeit-Haus zwischen Zweibrücken und Pirmasens.

Sehr empfehlenswert für den Musikunterricht!

Dr. Beate Forsbach

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Jun 30

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David Lindner:
Traumzeit
Das Geheimnis des Didgeridoo
Mit Lern-CD
230 Seiten, ISBN 9783933825407
Traumzeit Verlag 2004

Traumzeit ist ein kleiner Verlag, dessen Inhaber David Lindner mit Herz und Begeisterung Bücher, CDs und DVDs herausbringt. „Traumzeit“ heißt auch der Titel eines wunderbaren Buches, in dem uns David Lindner in die Geheimnisse des Didgeridoo einführt. Er ist eigentlich ein nach schulischen Kriterien „musikalisch unbegabter Mensch“, der Anfang der 1990er Jahre auf einer Klangreise zum ersten Mal mit Didgeridoos, Klangschalen und Gongs in Berührung kam. Sie öffneten ihm sein „Herz vollends für die Seele der Musik“, wie er im Vorwort sagt.

Ihm geht es nicht darum, Noten, Oktaven und Griffe zu pauken, sondern um den Klang, und um das Bedürfnis, ihn an andere Menschen weiterzugeben. Er kann zwar nicht Noten lesen, aber hat er entdeckt, dass er Klänge liebt und diese Liebe in anderen Menschen wecken kann. Und das spürt man auf jeder Seite des wunderschön gestalteten Buches. Mit vielen Fotos, Grafiken, Anleitungen und informativen Texten vermittelt das Buch alles, was man über die Didgeridoos wissen muss.

Dazu erfährt man Interessantes über die Kultur und Geschichte der Ureinwohner Australiens. Die Spielanleitung für Einsteiger ist gut und verständlich geschrieben, doch vielleicht ist es besser, den Umgang damit direkt zu lernen, z.B. Traumzeit-Haus zwischen Zweibrücken und Pirmasens.

Die CD zum Buch enthält alle im Buch beschriebenen Übungen. Sie vermittelt einen Klangeindruck von diesen interessanten Instrumenten und ist damit gut im Musikunterricht zu verwenden.

Sehr empfehlenswert!

Dr. Beate Forsbach

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