Feb 12

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Uwe Knop:
Hunger & Lust
Das erste Buch zur Kulinarischen Körperintelligenz
154 Seiten, ISBN 978-3-8370-5296-1
Books on Demand 2009

Die Medien sind voll von Tipps zur gesunden Ernährung, es gibt Diäten wie „Sand am Meer“ und irgendwann ist man all dieser Dinge überdrüssig. Denn man fühlt sich deswegen nicht gesünder, und man nimmt auch nicht dauerhaft ab, so dass man bald wieder die nächste Diät ausprobiert. Ich habe keine Waage mehr und mache auch keine Diät - damit gehöre ich vielleicht schon zu den „echten Essern“, die Uwe Knop in seinem Buch „Hunger & Lust“ propagiert.

Er rät: „Essen Sie nur dann, wenn Sie Hunger haben, und zwar nur das, worauf Sie echte Lust verspüren und was Ihnen gut schmeckt.“ Wir sollen unserer „Kulinarischen Körperintelligenz“ vertrauen, meint er. Hunger und Lust als instinktive Gefühle geben uns Zeichen, was, wann und wie viel wir essen sollen.

Uwe Knop ist Ernährungswissenschaftler und legt mit „Hunger & Lust“ ein Buch vor, in dem er die Ernährungswissenschaft kritisiert - er setzt sich mit unzähligen Studien zu Gesundheit und Ernährung auseinander. Sein Buch ist inzwischen in zweiter Auflage erschienen, er hat es um die allerneuesten Studienergebnisse und Ernährungserkenntnisse erweitert. Damit hat er mehr als 200 wissenschaftliche Untersuchungen der Jahre 2007 bis 2010 für sein Buch analysiert.

Das Buch erscheint sehr interessant für jeden, der verwirrt angesichts der vielen Ernährungstipps und enttäuscht über jede neue Diät ist. Man soll sich frei machen vom Diktat von Waage, Maßband, Kalorientabellen, Body-Mass-Index, Medienmeinungen usw.

Aber geht das überhaupt? Ist der moderne Mensch nicht zu sehr eingespannt in einen Arbeits- und Lebensrhythmus, der wenig Zeit lässt für gesundes Essen in Muße, für frische Zubereitung der Speisen, für Achtsamkeit sich selbst gegenüber? Hat er nicht längst das Gespür für die elementaren Gefühle von Hunger und Lust verloren, kann er überhaupt auf die Signale seines Körpers hören? Was ist mit den „dicken Kindern“, die sich möglicherweise nur noch von Cola und Chips ernähren würden, wenn sie essen dürften, was sie möchten?

Das Buch gibt leider keine Antwort auf diese Fragen. Trotzdem weist es den Leser in die richtige Richtung: Denn jeder Menschen ist anders und isst anders. Die Ratschläge am Ende des Buches sind prägnant formuliert und sicherlich richtig: Essen Sie nur, wenn Sie Hunger haben, worauf Sie Lust haben, was Ihnen schmeckt. Erfreuen Sie sich auch an der Vielfalt der Nahrungsmittel in Deutschland! Leider ist das nur schwer umzusetzen, wenn der Leser abends vor dem Fernseher Hunger bekommt, in den Kühlschrank schaut und das nimmt, was dort gerade zu finden ist.

Es bleibt zu hoffen, dass viele Menschen durch das interessante und lesenswerte Buch von Uwe Knop einen Anstoß bekommen, sich mehr mit sich selber, ihrer Gesundheit und ihrem Essverhalten zu beschäftigen.

Dr. Beate Forsbach
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Jan 22

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Sabine Asgodom:
Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot
Selbstbewusst in allen Kleidergrößen
Mit Cartoons von Peter Gaymann
256 Seiten, ISBN: 978-3-466-30896-5
2. Aufl., Kösel Verlag 2010

Ich habe keine Waage. Der Arzt war sprachlos: Wie schwer ist denn Ihr Mann? Wie soll ich ihn denn aus dem Rollstuhl auf eine Waage bringen? Na, dafür gibt es spezielle Waagen, meinte er. Aber wir brauchen keine Waage. Wir haben unser Wohlfühlgewicht und merken auch so, wenn es nicht mehr stimmt. Das wird dann über das Essen und Trinken, über die Bewegung und über die Gedanken reguliert. Dieses Beispiel zeigt, wie sehr in unserer Gesellschaft das Denken verbreitet ist, dass man sein Gewicht ständig kontrollieren muss, damit es der herrschenden Norm entspricht.

Insofern habe ich das neue Buch von Sabine Asgodom mit einiger Gelassenheit gelesen. Ja, es ist gut zu vermitteln, dass man sich niemals wieder für sein Gewicht entschuldigen muss! Niemand hat das Recht, Dicke zu beleidigen! Frau Asgodom räumt auf mit dem „Diäten-Wahn“, der jedesmal zu Jahresbeginn aus allen Zeitschriften zu uns spricht. Klar, in der Weihnachtszeit haben viele zugenommen. Soll man denn lieber Salat statt Stollen essen, Wasser statt Glühwein trinken und auf Gänsebraten verzichten? Nein, sagt Sabine Asgodom, die sich zum Stamme der „Genussesser“ zählt und selbstbewusst in Kleidergröße 52 auf der Bühne steht.

Sehr interessant geschrieben ist das Kapitel der fünf „T“, warum wir dick werden: Talent, Trotz, Trance, Turbulenzen und Traurigkeit, all das animiert Menschen zum übermäßigen Essen. In jedem Kapitel kann die Leserin ein Stückchen von sich selber entdecken und ein Aha-Erlebnis haben. Ach darum esse ich so viel?

Das Buch wäre aber keine „echte Asgodom“, wenn es nicht auch ein entsprechendes Kapitel mit den fünf „L“ der Lösungen gäbe. Denn das Ziel des Buches ist, mehr Lebensfreude in das Leben der Leserin zu bringen, egal ob sie dünn oder dick ist. Es geht um „Selbstbewusstsein in allen Kleidergrößen“, nicht darum, mit welcher Methode man am besten abnimmt.
Die fünf L stehen für:
LIEBE - Sich mögen lernen, LUST - Erkennen, was wirklich wichtig ist, LEICHTIGKEIT - Das Leben genießen, LABEN - Essen mit Gelassenheit, LACHEN - Gehen Sie hinaus und strahlen Sie!

Wenn die Leserin diese fünf „L“ für sich und ihr Leben realisiert hat, wird das Thema Körpergewicht sicherlich keine Rolle mehr in ihrem Leben spielen. Und sie kann die Waage abschaffen. Denn es gibt jetzt andere Kriterien: Gesundheit, Wohlbefinden, das Leben genießen und vor allem: Sich selber mögen.

Ein optimistisches Buch, das Dünnen und Dicken gleichermaßen Mut macht, unabhängig vom Urteil der anderen über ihr Körpergewicht zu leben.

Dr. Beate Forsbach
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Jan 20

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Heidemarie Brosche:
Warum Lehrer gar nicht so blöd sind
Und was kluge Eltern tun können, wenn die Verständigung nicht klappt.
Tipps aus der Praxis
Mit Illustrationen von Björn Maier
256 Seiten, ISBN: 978-3-466-30876-7
Kösel Verlag 2010

In diesen Wochen gibt es in den meisten Schulen Zwischenzeugnisse. In vielen Familien herrscht Aufregung, wenn die Zeugnisse nicht so wie erwartet ausfallen. Und schnell werden die Lehrer verurteilt, weil sich die Schüler ungerecht beurteilt fühlen und die Eltern befürchten, dass die „unfähigen“ oder „ungerechten“ Lehrer ihrem Kind für die Zukunft Steine in den Weg legen.

In ihrem neuen Buch „Warum Lehrer gar nicht so blöd sind“ möchte Heidemarie Brosche Eltern zeigen, was sie tun können, damit die Verständigung mit den Lehrern besser klappt und ihr Kind nicht unter einer konflikthaften Eltern-Lehrer-Beziehung leiden muss. Sie beschreibt viele Aspekte einer schwierigen Beziehung und macht praktikable Vorschläge zur Verbesserung. Neben den gängigen Vorurteilen nennt sie die klassischen Konfliktthemen und zeigt die unterschiedlichen Perspektiven von Lehrern und Schülern auf. Denn sie geht davon aus, dass eine gute Eltern-Lehrer-Beziehung wichtig für jeden Schüler ist.

Die Autorin ist selber Lehrerin und hat als Mutter von drei Söhnen eigene Erfahrungen mit Eltern-Lehrer-Konflikten. So sind die vielen Fallbeispiele stets praxisnah, wobei Heidemarie Brosche nicht nur aus ihrer eigenen Erfahrung schreibt. Sie fügt außerdem viele Texte von ihren Kollegen der schreibenden Zunft bei. Und so wird deutlich, dass die Beziehung vieler Eltern zu den Lehrern ihrer Kinder nicht nur von der gegenwärtigen Realität geprägt sind, sondern vor allem auch von der eigenen Schulzeit. Erfahrungen der Eltern mit ihren damaligen Lehrern beeinflussen häufig unbewusst ihr Verhältnis zum Lehrer ihres Kinder.

Das Buch ist interessant und praxisbezogen geschrieben. Es kann Eltern und auch Lehrern helfen, besser miteinander umzugehen, indem eine andere Perspektive eingenommen wird. Die Autorin gibt eine Reihe von praktischen Tipps und zeigt exemplarisch Möglichkeiten zur Problemlösung auf, die von der Hilfe zur Selbsthilfe bis zum Schulwechsel reichen.

Ein guter Ratgeber, der hoffentlich vielen Eltern den Umgang mit den Lehrern ihrer Kinder erleichtern wird.

Dr. Beate Forsbach

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Jan 04

Andrea Sixt:
7 Sicherungen für ein Leben nach dem Krebs
Der Wegweiser für ein starkes Immunsystem
224 Seiten, ISBN 978-3-466-34530-4
Kösel Verlag 2009

Das Buch „7 Sicherungen für ein Leben nach Krebs“ hat mich sehr beeindruckt, denn die Autorin Andrea Sixt war an Krebs erkrankt und beschreibt hier, wie sie wieder gesund geworden ist. Aber das Buch bietet noch mehr, wie der Untertitel besagt: Es ist ein Wegweiser für ein starkes Immunsystem. Es kann also nicht nur Kranken, sondern auch Gesunden viele hilfreiche Tipps geben, wie man gesund werden und besser noch bleiben kann.

Bücher zum Thema „Krebs“ liest man meist erst dann, wenn man selber von der Krankheit betroffen ist. Andreas Sixt aber motiviert jeden Leser, sich (auch vorbeugend) mit der Krankheit auseinander zu setzen. Denn es macht Mut, weil man auf einfache Weise selber etwas tun kann, um einer Erkrankung vorzubeugen. Und damit nimmt es dem Leser die lähmende Beklommenheit, die einen oft beim Nachdenken über Krebs ergreift.

Das Buch enthält sieben Sicherungen, damit meint die Autorin eine Art Schutzvorrichtung gegen Krebs. Diese Sicherungen können dem Leser zu einem gesunden und glücklichen Leben verhelfen und zu einer Stabilität, um auch vorübergehende Belastungen besser aushalten zu können. Jeder kann damit sein persönliches Programm für die Gesundheit gestalten, um trotz Angst und Unsicherheit der eigenen Kraft zu vertrauen. Jede Sicherung wird ausführlich und anschaulich beschrieben, dazu gibt es jeweils ein Interview eines Experten zu dem Thema.

Die einzelnen Sicherungen sind:

Aktivieren Sie Ihre Selbstheilungskräfte
Homoöpathie und Misteltherapie
Die Traditionelle Chinesische Medizin
Bewegung ist die beste Medizin
Essen Sie sich gesund
Leben Sie sich glücklich
Meiden Sie schädliche Strahlen

Das Buch ist sehr ansprechend gestaltet, jedes Kapitel in einer anderen Farbgebung und mit vielen Fotos, Grafiken, Tabellen und Infos. Die Texte sind in klarer verständlicher Sprache geschrieben und motivieren den Leser, sich näher mit den Dingen zu beschäftigen. Ergänzend folgen Hinweise auf hilfreiche Bücher und Adressen, u.a. auch auf die Homepage der Autorin, die Lesungen und Vorträge zu ihrem Thema anbietet.

Ein optimistisches Buch, das Kranken und Gesunden gleichermaßen Mut macht.
Sehr empfehlenswert!

Dr. Beate Forsbach

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Okt 30

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Lothar J. Seiwert:
simplify your time
Einfach Zeit haben
Mit einem Vorwort und Illustrationen von Werner Tiki Küstenmacher
332 Seiten, ISBN 978-3-593-39121-2
Campus Verlag 2010

„Ich habe keine Zeit“ – „Die Zeit läuft mir davon“ - wie oft hört man das oder sagt es selber. Dabei hat jeder Tag für jeden Menschen gleichermaßen 1440 Minuten und ganz ehrlich - die Zeit läuft nicht! Sie ist einfach nur da. Sie war schon immer da, genau so wie heute. Was sich verändert hat, ist die Menge der Ereignisse, die sich in der Zeit abspielen. Unser Gehirn misst die Zeit anhand von Ereignissen und Bewegungen. Je mehr wir vorhaben, je schneller wir alles erledigen, umso weniger Zeit haben wir. Jedenfalls meinen wir das.

Mit diesem und anderen Irrtümern räumt Lothar Seiwert in seinem neuen Buch „Simplify your time“ gründlich auf. Zunächst rät er dazu, ein Zeit-Optimist zu werden. Denn der Optimist überschätzt bekanntlich seine Möglichkeiten immer ein wenig, so auch die Zeit, die ihm zur Verfügung steht. So kann man ohne Hektik und Stress genau überlegen, was zu tun ist, alles in Ruhe erledigen und wirkt auf die Umwelt wesentlich gelassener als der Zeit-Pessimist, der nie Zeit zu haben glaubt. Erstaunlich dabei ist, dass dem Zeit-Optimisten in kürzerer Zeit fast alle Vorhaben viel besser gelingen als dem hektischen Zeit-Pessimisten.

Weitere Zeit-Irrtümer sind: Schneller ist besser - Wer viel macht, hat Erfolg! - Internet und CO. sind echte Zeitsparer! - Multitasking bringt Zeitgewinn! - Pausen sind überflüssig! - Trödeln ist nur was für Faule! Lothar Seiwert erklärt alles prägnant und lehrt uns, das Phänomen Zeit besser zu verstehen.

Und das ist das eigentlich Neue in diesem Buch des „Zeitmanagement-Papstes“ Lothar Seiwert. Man hätte doch gar nicht geglaubt, dass es nach Bestsellern wie „Wenn du es eilig hast, gehe langsam“ und „Noch mehr Zeit für das Wesentliche“ noch eine Steigerung gibt! Es gibt sie, denn Seiwert hat die Essenz seines erfolgreichsten Ratgebers „Simplify your Life“ einfach auf die Zeit angewendet. Jeder Leser sollte zunächst testen, welcher Zeit-Typ er ist. Dann kann er fünf grundlegende Tools erlernen, um den hektischen Alltag in den Griff zu bekommen. Schließlich kann er sich vom überflüssigen Zeit-Ballast befreien und mit dem Simplify-Prinzip langsam, aber konsequent wieder mehr Lebensqualität erlangen.

Denn nach der Lektüre des Buches erkennt man: Zeit ist ganz einfach. Und wenn man noch all die vielen Tipps in seinem Leben umsetzt, erfährt man: Einfach Zeit haben ist für jeden möglich, macht erfolgreich und glücklich.

Unbedingt empfehlenswert für jeden, der oft das Gefühl hat, keine Zeit zu haben.

Dr. Beate Forsbach

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