
Beate Forsbach:
Leben ist mehr
Lebenskunst lernen beim Älterwerden
144 Seiten, ISBN 978-3837041293
Books on Demand 2008
Rezension von Wolfgang Bossinger, Diplom-Musiktherapeut/Psychotherapeut(HPG), Gesangsforscher:
Über die Kostbarkeit des Augenblicks
Mit ihrem lesenswerten Buch “Leben ist mehr” macht Beate Forsbach Mut, das Älterwerden als Chance zu begreifen. In unserer hektischen und schnelllebigen Zeit sind auch älter werdende Menschen immer wieder verführt dazu, dieses Rasen und diese Hetze mitzumachen. Beate Forsbach zeigt jedoch auf, dass es vielmehr darum geht, die Kostbarkeit des Augenblicks zu genießen und die kleinen Glücksmomente des Alltags bewußt auszukosten. Leben ist mehr als Leistung, Stress und Karriere. Forsbach hebt die Wichtigkeit von Langsamkeit und Ruhe hervor, von “Lebenskunst” beim Älterwerden und gibt hierzu viele praktische Anregungen und Tipps. Außerdem erläutert sie kundig, aber auch bodenständig und angemessen kritisch wissenschaftliche Hintergründe und gesundheitsorientierte Ansätze. Besonders gefällt mir an diesem Buch, dass es nicht belehrend, sondern sehr einfühlsam, persönlich aber dennoch hochqualifiziert geschrieben ist. Forsbach schreibt über ein Thema von größter Wichtigkeit in einer Zeit der Oberflächlichkeit, Schnelllebigkeit und eines überzogenen Jugendwahns - sie macht wirklich Mut das Älterwerden zu genießen und auszukosten.
Dr. Claudia Egger aus La Villa, Schuldirektorin in Alta Badia/Südtirol, schrieb am 13. Juli 2008:
“Gestern habe ich das Buch fertig gelesen. Es ist ein persönliches Kunstwerk, das langsamere Atemschwingungen erzeugt und eine deutliche Synchronisation von Herzschlag und Atemfrequenz in Kraft setzt. Dabei rückt deine Vorliebe für Kunst und Musik deutlich hervor , sowie die edle Kraft der Geduld: …
Beim Lesen sind mir die vier klassischen Kardinaltugenden eines Künstlers eingefallen, die uns auf einem Managementkurs vermittelt wurden: Weisheit (prudentia) Tapferkeit (fortitudo), Mäßígung (temperantia) und Gerechtigkeit (iustitia). Die Weisheit überblickt, was sinnvoll und möglich oder sinnlos und unmöglich ist; die Tapferkeit ist in der Lage die Widrigkeiten zu ertragen; die Mäßigung ist die Gelassenheit und die Seelenruhe, sie ist die bevorzugte Ruhe der Stoiker wie Seneca, Epiktet, Marx Aurel, etc. ; die Gerechtigkeit schätzt was man ehrlich von seinen Mitmenschen verlangen kann und was nicht. Ein wahrer Lebenskünstler kann diese Tugenden säen und ernten. …
„Andra moi énnepe, Musa, polytropon, hos mála pollà… (Homer, Odyssee)
Singe mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes…“
Stärker noch als die Magie des Wortes, wirkt das Singen positiv auf Körper und Seele aus, und das stärkt das Immunsystem. …
„Ungeduld ist warten in Eile“ (Anonym)
Mir fällt Goethes Schriftsatz ein, der im Jahre 1786 auf seiner Italienreise von Brixen nach Bozen war und er beklagte sich über das Tempo der Postkutschen:
„Die Postillons fuhren, dass einem Hören und Sehen verging, und so Leid es mir tat, diese herrlichen Gegenden mit der entsetztlichen Schnelle und bei Nachtz wie im Fluge zu durchreisen, so freute es mich doch innerlich, dass ein günstiger Wind hinter mir herblies und mich meinen Wünschen zujagte.“ (Goethe).
Was würde der weltberühmte Autor wohl heute schreiben?? Obwohl wir bei höherem Freizeitanteil, schnelleren Verbindungen aller Art (PC, SMS, Videos, etc.) viel mehr erleben können in kürzester Zeit, trotzdem scheint es, als können wir schlechter warten als frühere Generationen.
Leben ist tatsächlich mehr!
Links:
Bei Amazon bestellen:
Letzte Kommentare